Steffen Maria Ost • 16. November 2022
Von der Freude am Spiel mit den Worten
Adrian Steineck
14.11.2022 - 16:30 Uhr in der Oberbadischen Zeitung
Von Adrian Steineck
Lörrach.
Wann man seine Bewerbungen auf der Rückseite von Festivalfotos schreiben sollte und wie ein Liebesbrief aussehen würde, der von Anhängern verschiedener philosophischer Richtungen verfasst wurde: Das waren nur zwei der Fragen, die Riccardo Raps am Freitag in der Galerie Ost in Lörrach beantwortete. Unter dem Titel „Lücken im Lebenslauf“ präsentierte der 33-Jährige eine Auswahl seiner Texte. Der gebürtige Weiler ist seit einigen Jahren regelmäßig als Poetry Slammer auf Bühnen in Lörrach und Freiburg unterwegs. Aber: Trägt das, was im Kurzformat eines Poetenwettstreits funktioniert, auch ein abendfüllendes Programm?
Mal makaber, mal mit dem feinen Florett
Los ging das Schreiben für Raps mit einer Neuinterpretation des Märchens vom tapferen Schneiderlein. „Meine einzige Leistung dabei war zwar, dass ich aus den sieben Fliegen, die das Schneiderlein auf einen Streich tötet, gleich 100 gemacht habe“, denkt er heute zurück. Dennoch konnte er bei seiner Grundschullehrerin immerhin für Erstaunen sorgen. In der Galerie Ost trägt der Autor eine Parodie auf verschiedene Märchen vor, die wiederum Erstaunliches offenbart. Die im Wald ausgesetzten Hänsel und Gretel treffen dabei auf das Rotkäppchen, das zu seiner Großmutter will – diese entpuppt sich aber just als jene Hexe, die die beiden gerade im Ofen verbrannt haben. Der mitunter makabre, tiefschwarze Humor der Geschichte kam bei den etwa 20 Zuhörern, unter ihnen viele Bekannte und Verwandte des Autors, sehr gut an.
Dass Raps auch das feine Florett beherrscht, zeigte er etwa in seinem Text „Mehrwegmensch“, mit dem er dem israelischen Satiriker Ephraim Kishon seine Reverenz erweist. Kishons Texte hätten ihn bereits während seiner Schulzeit fasziniert, sagt Raps. Dass Gott sich bei der Erschaffung der Erde nicht zuletzt von Buddha inspirieren ließ und dass „Mehrwegmensch“ sich besser vermarkten lässt, wenn man es „Auferstehung“ nennt, erfuhren die Zuhörer dabei unter anderem.
Von Raps’ Liebe zum Wortspiel zeugten auch seine Alphabet-Gedichte, in denen jedes Wort mit dem gleichen Buchstaben beginnt, und der Liebesbrief im Stil verschiedener philosophischer Richtungen. Dass etwa ein Nihilist, der von der Sinnlosigkeit alles Bestehenden überzeugt ist, kaum zum Romantiker taugt, sorgte für Heiterkeit bei den Zuhörern.
Von Bewerbungen auf der Rückseite von Festivalfotos
In „Erzubi“ berichtete Raps, im normalen Leben als Erzieher tätig, auf augenzwinkernde Weise aus seinem Berufsalltag. Er schreibe etwa seine Bewerbungen nur noch auf die Rückseite seiner Festivalfotos. „Wenn ich mich als Pfleger bewerbe, ist zu sehen, wie ich den „Ärzten“ zujubele. Bewerbe ich mich als Polizist, darf mich das ganze Revier in der Menschenmenge vor der Bühne von Police suchen“, sagte er.
Am Ende des mit Pause knapp 90-minütigen Auftritts hat Raps die Zuhörer mit seinen Texten, aber auch mit seiner Selbstironie überzeugt. Die Vielfalt der Beiträge, von denen der Autor die meisten bereits bei Poetry Slams auf ihre Bühnentauglichkeit hin überprüft hatte, sorgt dafür, dass kein Text so lang ist, dass es ermüdend wird. Er wolle weiter schreiben, sagt Raps. Er freue sich über die Resonanz auf sein erstes Soloprogramm, werde aber auch weiter bei Poetry Slams auftreten.
Quelle:
Liedtext (original) Zeile nach Zeile zum Mitsingen // Testo della canzone (originale), riga per riga da cantare insieme Sulla strada per Roma vedo mille cose belle, palazzi antichi nel sole dorato, ulivi d’argento sotto il cielo infinito. Strophe 1 Il mare respira piano davanti a me, la luce danza sulle onde. Dentro il mio cuore nasce un fuoco, una fiamma che vive in me. Tra vento e luce sento già che questo momento non passa mai. Ein Weg aus Gold, so klar und weit, führt mich in diese Ewigkeit. Refrain (groß, eingängig) Il mio cuore brucia quando vedo il mare, mein Herz glüht im Sonnenlicht. Tra onde e cielo sento l’amore, Italien vergisst man nicht. Il profumo dalla cucina mi chiama, warm wie ein Versprechen im Wind – sulla strada per Roma weiß ich wieder, wer ich bin. Strophe 2 Al Passaggio tra vino e risate, la pasta arriva con il dono del mare. Pesce fresco, sapore divino, la vita è semplice – basta così. Filippo sorride, amico vero, con il suo team pieno di cuore. Tra pane caldo e vino rosso sento l’Italia come amore. Pre-Refrain (Steigerung) Tra ulivi e libertà sento che il tempo non conta più. Ein Augenblick wird Ewigkeit, wenn ich in dieses Licht schau’ hinein. Großer Refrain (mit Chor) Il mio cuore brucia sotto il cielo blu, mein Herz findet endlich Ruh’. Tra luce, mare e libertà spür ich: Hier bin ich da. La vita canta dentro me, Zeit verliert ihr Gewicht – sulla strada per Roma... vergisst man das Leben nicht. Bridge (ruhig, fast a cappella) Tra mare e pietra, tra sogno e realtà, Italia mi prende – mi lascia volar. Non è solo un viaggio, non è solo un posto, è il fuoco che porto nel cuore nascosto. Finale – hymnisch, maximal (Chor groß) Italia! Italia! luce eterna nel blu – mein Herz gehört dir per sempre – io e tu. Deutsch Auf der Straße nach Rom Ich sehe tausend schöne Dinge, alte Paläste im goldenen Sonnenlicht, silberne Olivenbäume unter dem unendlichen Himmel. Strophe 1 Das Meer atmet ruhig vor mir, das Licht tanzt auf den Wellen. In meinem Herzen entsteht ein Feuer, eine Flamme, die in mir lebt. Zwischen Wind und Licht spüre ich schon, dass dieser Augenblick niemals vergeht. Ein Weg aus Gold, so klar und weit, führt mich in diese Ewigkeit. Refrain Mein Herz brennt, wenn ich das Meer sehe, mein Herz glüht im Sonnenlicht. Zwischen Wellen und Himmel spüre ich die Liebe, Italien vergisst man nicht. Der Duft aus der Küche ruft mich, warm wie ein Versprechen im Wind – auf der Straße nach Rom weiß ich wieder, wer ich bin. Strophe 2 Im Passaggio, zwischen Wein und Lachen, kommt die Pasta mit der Gabe des Meeres. Frischer Fisch, göttlicher Geschmack, das Leben ist einfach – mehr braucht es nicht. Filippo lächelt, ein wahrer Freund, mit seinem Team voller Herz. Zwischen warmem Brot und rotem Wein spüre ich Italien als Liebe. Pre-Refrain Zwischen Olivenbäumen und Freiheit spüre ich, dass die Zeit nicht mehr zählt. Ein Augenblick wird Ewigkeit, wenn ich in dieses Lichthineinblicke. Großer Refrain Mein Herz brennt unter dem blauen Himmel, mein Herz findet endlich Ruhe. Zwischen Licht, Meer und Freiheit spüre ich: Hier bin ich da. Das Leben singt in mir, die Zeit verliert ihr Gewicht – auf der Straße nach Rom... vergisst man das Leben nicht. Bridge Zwischen Meer und Stein, zwischen Traum und Wirklichkeit, nimmt Italien mich auf – und lässt mich fliegen. Es ist nicht nur eine Reise, es ist nicht nur ein Ort, es ist das Feuer, das ich verborgen im Herzen trage. Finale Italien! Italien! ewiges Licht im Blau – mein Herz gehört dir für immer – ich und du. Italienisch Sulla strada per Roma Vedo mille cose belle, palazzi antichi nel sole dorato, ulivi d’argento sotto il cielo infinito. Strofa 1 Il mare respira piano davanti a me, la luce danza sulle onde. Dentro il mio cuore nasce un fuoco, una fiamma che vive in me. Tra vento e luce sento già che questo momento non passa mai. Una strada d’oro, così chiara e lontana, mi conduce in questa eternità. Ritornello Il mio cuore brucia quando vedo il mare, il mio cuore arde nella luce del sole. Tra onde e cielo sento l’amore, l’Italia non si dimentica. Il profumo della cucina mi chiama, caldo come una promessa nel vento – sulla strada per Roma so di nuovo chi sono. Strofa 2 Al Passaggio, tra vino e risate, arriva la pasta con il dono del mare. Pesce fresco, sapore divino, la vita è semplice – basta così. Filippo sorride, vero amico, con il suo team pieno di cuore. Tra pane caldo e vino rosso sento l’Italia come amore. Pre-Ritornello Tra ulivi e libertà sento che il tempo non conta più. Un attimo diventa eternità, quando guardo dentro questa luce. Grande Ritornello Il mio cuore brucia sotto il cielo blu, il mio cuore trova finalmente pace. Tra luce, mare e libertà sento: qui ci sono davvero. La vita canta dentro di me, il tempo perde il suo peso – sulla strada per Roma ... non si dimentica la vita. Bridge Tra mare e pietra, tra sogno e realtà, l’Italia mi accoglie – e mi lascia volare. Non è solo un viaggio, non è solo un luogo, è il fuoco che porto nascosto nel cuore. Finale Italia! Italia! luce eterna nel blu – il mio cuore è tuo per sempre – io e te. Text by Steffen Maria Ost 2026

Der Tag der offenen Türe im April 2026 auf dem Schöpflin Areal kündigt sich als besonderes Ereignis an. Die Galerie Ost lädt Sie herzlich ein, diesen besonderen Tag gemeinsam zu erleben. Freuen Sie sich auf Kunst, Begegnung und Atmosphäre sowie auf eine Olivenölprobe mit unserem eigenen SBAIGLIO – MANCINI OLIVENÖL als genussvollen Bestandteil dieses Tages in unseren Räumen. Zugleich dürfen Sie sich auf die Oldtimershow und weitere Eindrücke auf dem gesamten Schöpflin Areal freuen. ps: unser herzlicher Dank gilt Herrn Kugelmann, ohne den der TAG DER OFFENEN TÜRE in dieser besonderen Form nicht möglich wäre.

Gedanken, die keine Grenzen kennen und überall auf dieser Welt sein können. Es ist ein Gemälde von Weite, Leichtigkeit und innerer Bewegung — getragen von Erinnerungen, Sehnsüchten und der Offenheit neuer Horizonte. Zu diesem Werk habe ich das gleichnamige Lied „Blumenwiese 24“ geschrieben und musikalisch für Sie umgesetzt. So eröffnet sich neben dem Bild eine weitere sinnliche Ebene, die seine Stimmung auf besondere Weise erfahrbar macht. Aktuell befindet sich das Original noch in meinem Sommeratelier in der Toskana.

Herzlich willkommen im neuen Jahr 2026 Die Galerie Ost wünscht Ihnen und Dir ein Jahr voller Zuversicht, Inspiration und schöner Begegnungen. Möge dieses neue Jahr Raum schenken für Kunst, für neue Gedanken und für jene besonderen Momente, die das Leben bereichern. Wir freuen uns darauf, Sie und Dich auch 2026 in der Galerie Ost willkommen zu heißen.

Con la nostra mostra conclusiva alla Galleria Cael di Milano, che inaugurerà il 5 dicembre 2025 e sarà visitabile fino al 20 dicembre, accompagniamo il cammino verso il periodo natalizio – un momento speciale di raccoglimento e di gioia alla fine dell’anno. La Galerie Ost rimarrà aperta per voi su appuntamento personale fino al 29 novembre. La prima domenica d’Avvento, il 30 novembre 2025, desideriamo concludere l’anno insieme a voi con vin brulé e dolci, oltre a una piccola degustazione di olio d’oliva. Non vediamo l’ora di accogliervi!

Con la nostra mostra conclusiva alla Galleria Cael di Milano, che inaugurerà il 5 dicembre 2025 e sarà visitabile fino al 20 dicembre, accompagniamo il cammino verso il periodo natalizio – un momento speciale di raccoglimento e di gioia alla fine dell’anno. La Galerie Ost rimarrà aperta per voi su appuntamento personale fino al 29 novembre. La prima domenica d’Avvento, il 30 novembre 2025, desideriamo concludere l’anno insieme a voi con vin brulé e dolci, oltre a una piccola degustazione di olio d’oliva. Non vediamo l’ora di accogliervi!

With our final exhibition at Galleria Cael in Milan, opening on December 5, 2025 and on view until December 20, we accompany the path into the Christmas season—a special moment of reflection and joy at the end of the year. Gallery Ost will remain open for you by personal appointment until November 29. On the First Sunday of Advent, November 30, 2025, we would like to bring the year to a close together with you over mulled wine and pastries, along with a small olive-oil tasting. We are already looking forward to seeing you!




