Entdecken Sie die Autorinnen und Autoren unserer Lesungen.
Wir wünschen viel Vergnügen – bis bald bei unserer
langen Nacht der Literatur
LANGE NACHT DER LITERATUR
VERSCHIEDENE STIMMEN. VERSCHIEDENE WEGE.
EIN ABEND DER
LITERATUR.
Die Autorinnen und Autoren dieser besonderen Nacht bringen ihre ganz eigenen Geschichten, Gedanken und literarischen Handschriften mit in die Galerie Ost – was sie verbindet, ist die Freude am geschriebenen Wort – und die Bereitschaft, ihre Texte an diesem Abend mit Ihnen zu teilen.
Wir geben ihnen die Bühne. Sie geben dem Abend ihre Stimme. Und Sie, unser Publikum, machen ihn lebendig.
Freuen Sie sich auf Begegnungen, Geschichten und Literatur – unmittelbar, persönlich und live.
ULLA GARDEN
Romane über Lebenswege, Entscheidungen und den Mut, manchmal noch einmal ganz neu anzufangen.
SARAH JANE
Romance trifft Thrill – große Gefühle, Spannung und emotionale Intensität zwischen Nähe und Gefahr.
LUTZ PRAUSER
Geschichten aus dem Leben – beobachtet mit feinem Blick für Menschen, Orte und besondere Momente.
AXEL STAMM
Krimi mit Eigensinn – überraschend, pointiert und garantiert kein gewöhnlicher Bretagne-Krimi.

KARL RÜHMANN
Geschichten mit Gespür für Menschen, Alltag und all die Zwischentöne, die das Leben besonders machen.
Reservieren Sie Ihren Platz ab dem 13. September 2026
Mit Ihrer Reservierung erhalten Sie von uns per E-Mail eine persönliche Zutrittskarte, die Sie bequem auf Ihrem Smartphone am Eingang vorzeigen können.
Einlass ab 19:00 Uhr · Beginn um 20:00 Uhr
ab 19:45 Uhr wird die Haupttüre zu unserer Galerie verschlossen so das kein Zugang mehr zur Langen Literaturnacht mehr möglich sein wird, achten Sie deshalb auf Ihre eigene Pünktlichkeit. Diese garantiert Ihnen den Einlass zur Veranstaltung – auch dann, wenn aufgrund eines besonders großen Besucherandrangs die maximale Kapazität unserer Räume erreicht sein sollte.
Klicken Sie hier, um sich anzumelden.
Anschließend öffnet sich das Reservierungsformular.
Literatur hat in der Galerie Ost Geschichte
Lesungen gehören seit rund 20 Jahren zur Galerie Ost
Schon an unseren früheren Standorten haben Autorinnen und Autoren ihre Texte bei uns vor Publikum gelesen – bei gemeinsamen Literaturabenden ebenso wie bei eigenen Lesungen. Manche von ihnen waren im Laufe der Jahre mehrfach bei uns zu Gast.
Dabei ging es nie nur darum, ein Buch vorzustellen. Eine Lesung lebt von der Begegnung: von der Stimme des Menschen hinter einem Text, von der Atmosphäre im Raum und von den Gesprächen, die zwischen Autorinnen, Autoren und Publikum entstehen.
Seit den ersten Literaturveranstaltungen der Galerie Ost haben zahlreiche Schreibende unsere Räume mit Geschichten, Gedichten, Gedanken, Humor und ihrer ganz eigenen Art des Erzählens gefüllt.
Mit unserer „Langen Nacht der Literatur“ am 13. November 2026 setzen wir diese Tradition an unserem heutigen Standort in Lörrach fort und öffnen die Bühne erneut für unterschiedliche Stimmen und unterschiedliche Formen von Literatur.
Neue Autorinnen und Autoren treffen damit auf eine literarische Geschichte, die in der Galerie Ost bereits vor rund 20 Jahren begonnen hat – und die bis heute weitergeschrieben wird.

Von der Freude am Spiel mit den Worten
Adrian Steineck
Riccardo Raps Auftritt in der
Galerie Ost Foto per link von Adrian Steineck
Von Adrian Steineck
Lörrach. Wann man seine Bewerbungen auf der Rückseite von Festivalfotos schreiben sollte und wie ein Liebesbrief aussehen würde, der von Anhängern verschiedener philosophischer Richtungen verfasst wurde: Das waren nur zwei der Fragen, die Riccardo Raps am Freitag in der Galerie Ost in Lörrach beantwortete. Unter dem Titel „Lücken im Lebenslauf“ präsentierte der 33-Jährige eine Auswahl seiner Texte. Der gebürtige Weiler ist seit einigen Jahren regelmäßig als Poetry Slammer auf Bühnen in Lörrach und Freiburg unterwegs. Aber: Trägt das, was im Kurzformat eines Poetenwettstreits funktioniert, auch ein abendfüllendes Programm?
Mal makaber, mal mit dem feinen Florett
Los ging das Schreiben für Raps mit einer Neuinterpretation des Märchens vom tapferen Schneiderlein. „Meine einzige Leistung dabei war zwar, dass ich aus den sieben Fliegen, die das Schneiderlein auf einen Streich tötet, gleich 100 gemacht habe“, denkt er heute zurück. Dennoch konnte er bei seiner Grundschullehrerin immerhin für Erstaunen sorgen. In der Galerie Ost trägt der Autor eine Parodie auf verschiedene Märchen vor, die wiederum Erstaunliches offenbart. Die im Wald ausgesetzten Hänsel und Gretel treffen dabei auf das Rotkäppchen, das zu seiner Großmutter will – diese entpuppt sich aber just als jene Hexe, die die beiden gerade im Ofen verbrannt haben. Der mitunter makabre, tiefschwarze Humor der Geschichte kam bei den etwa 20 Zuhörern, unter ihnen viele Bekannte und Verwandte des Autors, sehr gut an.
Dass Raps auch das feine Florett beherrscht, zeigte er etwa in seinem Text „Mehrwegmensch“, mit dem er dem israelischen Satiriker Ephraim Kishon seine Reverenz erweist. Kishons Texte hätten ihn bereits während seiner Schulzeit fasziniert, sagt Raps. Dass Gott sich bei der Erschaffung der Erde nicht zuletzt von Buddha inspirieren ließ und dass „Mehrwegmensch“ sich besser vermarkten lässt, wenn man es „Auferstehung“ nennt, erfuhren die Zuhörer dabei unter anderem.
Von Raps’ Liebe zum Wortspiel zeugten auch seine Alphabet-Gedichte, in denen jedes Wort mit dem gleichen Buchstaben beginnt, und der Liebesbrief im Stil verschiedener philosophischer Richtungen. Dass etwa ein Nihilist, der von der Sinnlosigkeit alles Bestehenden überzeugt ist, kaum zum Romantiker taugt, sorgte für Heiterkeit bei den Zuhörern.
Von Bewerbungen auf der Rückseite von Festivalfotos
In „Erzubi“ berichtete Raps, im normalen Leben als Erzieher tätig, auf augenzwinkernde Weise aus seinem Berufsalltag. Er schreibe etwa seine Bewerbungen nur noch auf die Rückseite seiner Festivalfotos. „Wenn ich mich als Pfleger bewerbe, ist zu sehen, wie ich den „Ärzten“ zujubele. Bewerbe ich mich als Polizist, darf mich das ganze Revier in der Menschenmenge vor der Bühne von Police suchen“, sagte er.
Am Ende des mit Pause knapp 90-minütigen Auftritts hat Raps die Zuhörer mit seinen Texten, aber auch mit seiner Selbstironie überzeugt. Die Vielfalt der Beiträge, von denen der Autor die meisten bereits bei Poetry Slams auf ihre Bühnentauglichkeit hin überprüft hatte, sorgt dafür, dass kein Text so lang ist, dass es ermüdend wird. Er wolle weiter schreiben, sagt Raps. Er freue sich über die Resonanz auf sein erstes Soloprogramm, werde aber auch weiter bei Poetry Slams auftreten.
Weil es so schön ist hier die neueste digitale Lesung von Amir Shaheen >>> YOUTUBE
Geb. 1954 in Leonberg/D, zahlreiche Lyrik- und Prosa-Publikationen in Büchern, Zeitschriften und Anthologien, verschiedene Literaturpreise, lebt als Zeitungskorrektor in Leonberg.
Der ausgezeichnete Autor Martin Kirchhof war immer dabei wenn es um Lesungen in der Galerie Ost ging.
Seine Vita findet man bei den Autoren in Baden-Württemberg
Wir können von Ihm sagen "er schreibt und veröffentlicht seit vielen Jahren, bekam den Landeslyrikpreis Baden-Württemberg für seine Erzählungen, Kurzgeschichten, satirische Prosa,. Kirchhoff hat zahlreiche Buchveröffentlichungen.
Kleine Leseprobe gefällig:
Strandleben
Langsam lasse ich mich auf dem braunen Steinblock nieder und warte ab. Endlich rattert der grüne Zug über die Brücke, dann scheint er sich im Grün des Dammes aufzulösen, bevor er verschwindet. Eine schwarze Wolke, die der Wind über das Land meerwärts treibt, verschluckt die Sonne. Noch schaue ich dem Zug nach, mein Blick gleitet suchend über die Grasfläche, die der Wind mit seinen salzigen Fingern durchkämmt. Tief Luft einziehend springe ich auf, strecke meinen Körper, trete dann vor an den Rand. Angekommen, zögere ich. Sand rieselt abwärts zum Strand, der sich dem Meer zuwellt, bis die Wasserwellen ihn verschlucken. Endlich springe ich lachend hinab.
Über dem Meer gleitende Möwen ziehen meine Aufmerksamkeit auf einen grauen Stein im Wasser, auf dem ein Kormoran beide Flügel spreizt. Jesus auf einer Insel vor einer Insel, kommt mir in den Sinn. Up, up, ruft ein Mann seinem Schäferhund nach, der Sand aufwirbelnd davonrennt, vorbei an zwei Frauen, die in ihrem Gespräch vertieft unbeirrt weitergehen. Regen prasselt nieder, die Luft riecht schwer, leichter Dampf steigt vom Sand empor. Noch auf dem Stein, mit angelegten Schwingen, erweckt der wieder zum Vogel gewordene Kormoran keine Sinnbilder in mir. So bleibe ich hängen auf einem Punkt eines weiten Strandes. Ich genieße die Regentropfen. Grenzstreifen zwischen Land und Atlantik. Zwei Welten einer Welt. Eine junge Frau nähert sich. Sie bückt sich, nimmt eine Muschel auf, gleich die nächste. Die schwarzen Wolken ziehen weiter zum Meer hinaus. Im hohen Bogen wirft die Frau eine der Muscheln von sich, den Wellen zu. Am Horizont ist ein Schiff sichtbar. Es scheint sich nicht zu bewegen, steht kurz im Kontrast zur Frau, die mit schräg geneigtem Haupt meerwärts strebt. Plötzlich bückt sie sich erneut und nimmt die nächste Muschel auf, während die Wellen ihre Füße umspülen. Mit hohem Satz hüpft sie rückwärts in die abziehenden Wellen. Rasch streicht sie sich mit der linken Hand über ihre Stirn. Das Schiff klebt noch am Horizont, weit im Norden erheben sich die Berge. Zwischen ihnen und mir ist ein roter Leuchtturm. Der rennende Schäferhund schiebt sich in mein Gesichtsfeld, vor dem Leuchtturm, eine Frau wirft Muscheln hoch, die sie auffängt, schnell und schneller, zwei Frauen reden aufeinander ein, die Berge schieben sich ins Meer.
Hier werde ich bleiben. Auf dieser Stelle werde ich das Meer erwarten. Der Kormoran ist verschwunden; irgendwo über dem Meer unterwegs, das sich nähert, mir zuwellt, das kommt. Möwen kreischen im Gleitflug, die Berge schwimmen zum Schiff, das sie erwartet. Kommkomm, verstehe ich die Möwen, strecke meine Arme aus und bleibe stehen. Kommkomm, denke ich, wartend, erwartend, kommkomm, singt die Muscheljongleurin in der Ferne, neben dem Leuchtturm, der mit seinen scharf gebündelten Lichtstrahlen dem Wasser des Boyne den Weg zum Meer weist.
Hinter mir verschwimmt die Sonne im Westen im Atlantik. Dazwischen das Inselland. Stärker rieche ich den Tang, das Parfüm des Meeres, näher züngeln die Wellen heran, nehmen das Grenzland auf. Ob ich über das Wasser gehen kann, weiß ich nicht. Bald werden die Wellen bei mir und ich nicht mehr allein sein.
Das Sonnenlicht bricht durch die dunklen, aufgebauschten Wolken, der Wind spielt in meinem Haar. Kein Kormoran sitzt auf dem Stein und ich gehe ein wenig enttäuscht weiter. Zwei Frauen wandeln schweigend dem Leuchtturm zu. Meine Augen folgen ihnen, bis sie unerwartet an einem Stein im Wasser hängen bleiben, der gestern nicht dort war, auf dem mit gespreizten Flügeln ein Kormoran steht. Die Berge sind, wo sie waren und hingehören. Das Schiff machte zwei Frachtern Platz. Dann entdecke ich auf dem Stein hinter dem Kormoran eine Muschel. Vielleicht kommt sie wieder vorbei, denke ich, kommkomm, Muschelfrau und betrachte den Kormoran, der sich auf den Stein setzte, als warte er. Kommkomm, flüstern die Wellen, kommkomm, denke ich und weiß, ich werde warten.
Nachts spüre ich die Wellen, die mich umspielen. Aus dem Nichts der Dunkelheit erscheint leise singend die Muschelfrau. Sie streckt sich, lässt sich dann auf mir nieder. Kommkomm, scheint sie zu singen, ich bin da, ein gelbbrauner, mit ein paar weißen Adern durchzogener Stein.
Eigentlich könnten wir glücklich sein…
Wieder in der S-Bahn unterwegs zur Arbeit. Tägliche Tretmühle. Zweygarth betrachtet Sonja, die mal wieder ihm gegenüber sitzt. Ihr Kiefer bewegt sich monoton, wie immer nach einem Streit. Diesmal war es die Marmelade, die ihre Gemüter erhitzte. Sonja starrt durchs Fenster auf die fliehende Landschaft.
Die Bahn hält, Menschen drängen sich herein, müde Welten, griesgrämige Gesichter.
Zweygarths Augen springen hin und her, auf vager Suche nach einer anderen, schöneren Welt. „Eigentlich“, denkt er, „könnten wir glücklich sein“, und schüttelt den Kopf. Plötzlich wendet sich Sonjas Gesicht ihm zu, aus dem kurz und bündig ihre Zunge schnellt, bevor sie sich wieder abwendet. Verärgert zwar, bleibt Zweygarth ruhig und lässt seine Zunge im Mund.
„Waren wir damals glücklich“, fragt er sich, „vor fünf Jahren?“ Langsam zieht er die linke Schulter hoch und schneidet eine dumme Fratze.
„So ein Blödsinn“, skandiert irgendwo im Waggon einer. „Hartz wie viel auch immer, steigende Preise“, labert die Stimme weiter. „Massenverblödung von oben“, quiekt eine Frau auf, „jawohl!“
Zweygarth lächelt hämisch vor sich hin, Sonjas Kopf ruckt, ihre Augenbrauen springen hoch, zugleich schießt erneut ihre Zunge Zweygarth zu, dessen Lächeln auf den Lippen erstarrt.
„Immerhin fünf Jahre durchgehalten“, resümieren Zweygarths Gedanken. „Darüber könnten wir glücklich sein.“
„Ha“, manifestiert eine Frauenstimme, „wir haben Hitler geschafft, das Wirtschaftswunder – die Wiedervereinigung schaffen wir auch noch!“ Gemurmel schwillt an. Zweygarths Gedanken springen über in die Abteilung des Amtes, in der er seit vielen Jahren werkelt. „Blöde Beamte, blöder Trott“, denkt er, „aber wäre ich nicht dort, wäre ich wohl gehartzt. Also bin ich übers Unglück glücklich. Könnte schlimmer sein. Lieber aus einem Blechnapf essen als vom Boden fressen!“
„Wir können alles außer glücklich sein“, trompetet eine jugendliche Stimme hinter ihm. Gelächter kommt auf. Zweygarth beugt sich Sonja mit aufgesetztem Lächelgesicht zu, räuspert sich, raunt ihr dann dunkel zu: „Eigentlich könnten wir glücklich sein…“ ■
Der Stuttgarter Dramatiker Andreas Grimm war bereits live in der Galerie Ost zu Gast – und schon damals war für mich völlig klar, dass es ein Wiedersehen geben wird.
Andreas Grimm gehört zu den literarischen Schwergewichten der deutschen Slamszene und wird von deren tonangebenden Protagonisten durchweg respektiert und bewundert – daher sein Spitzname: „Commandante“.**
In seinem Text „Ins Theater“ schildert er den Theaterbesuch eines bürgerlichen Ehepaares als Reaktion auf den Tod ihres Fernsehers – eine Kunst- und Gesellschaftskritik mit feiner Schlagseite.
Der Commandante versteht es meisterhaft, sein Publikum zu fesseln.
Mit seiner unverwechselbaren Live-Darbietung führt er durch den Abend – leidenschaftlich, pointiert und mit der Energie eines echten Bühnenpoeten, leider ist er sehr schlecht zu erreichenn das es bis heute unmöglich war ihn mal wieder auf einen Abend einzuladen um für Sie auf die Bühne zu gehen unser studiokreativ hat deshalb für Sie zwei seiner Auftritte für Ihr eigenes Erlebnis zusammen geschnitten & wünscht Ihnen dabei viel Vergnügen.





















