Steffen Maria Ost • 11. Oktober 2026

LANGE NACHT DER LITERATUR 2026 | Ein außergewöhnlicher Erzähler zwischen Literatur, Fotografie, Natur und den kleinen Überraschungen des Alltags

Muss eine gute Geschichte immer von außergewöhnlichen Ereignissen handeln? Braucht es große Dramen, bedeutende Persönlichkeiten oder ferne Länder, um Menschen mit Worten zu begeistern?


Vielleicht genügt manchmal schon ein genauer Blick auf das, was uns täglich begegnet.


Ein Gespräch, eine zufällige Beobachtung, eine Begegnung am See oder eine Situation, über die man sich zunächst ärgert und später herzlich lachen kann.


Für Lutz Prauser sind genau solche Augenblicke der Ausgangspunkt seiner literarischen Arbeit.


Am Freitag, 13. November 2026, wird er als dritter von fünf Autoren bei der LANGEN NACHT DER LITERATUR in der Galerie Ost auf dem Schöpflin-Areal in Lörrach-Brombach zu Gast sein.


Ein Mensch, der viele Geschichten zu erzählen hat


Wer sich mit dem Leben von Lutz Prauser beschäftigt, begegnet einem Menschen, dessen beruflicher und kreativer Weg von unterschiedlichen Erfahrungen geprägt ist.


Geboren 1964 in Hagen, wuchs er zwischen Sauerland und Ruhrgebiet auf. Nach seinem Studium an der Ruhr-Universität Bochum führte ihn sein beruflicher Weg unter anderem in den Lokaljournalismus, die Kinobranche, den Filmverleih sowie in die Medien- und Marketingwelt.


Seit dem Jahr 2000 lebt er mit seiner Familie im oberbayerischen Buch am Buchrain.


Vielleicht sind es gerade diese unterschiedlichen Stationen, die seinen Blick auf Menschen, Situationen und gesellschaftliche Eigenheiten geprägt haben.


Denn wer verschiedene Lebenswelten kennenlernt, sammelt nicht nur Erfahrungen. Er entwickelt auch ein Gespür dafür, wie unterschiedlich Menschen denken, handeln und miteinander umgehen.


Lutz Prauser macht daraus Geschichten.


Nicht immer ernst, nicht immer vorhersehbar, aber häufig mit einer gehörigen Portion Humor und Selbstironie.


Vom beiläufigen Gedanken zur literarischen Geschichte


Seit 2011 veröffentlicht Lutz Prauser auf seinem Blog „Zwetschgenmann“ Beobachtungen, Reiseerlebnisse, Fotografien und persönliche Gedanken.


Dabei scheint ihn weniger das Spektakuläre zu interessieren als die Frage, was sich hinter einer zunächst gewöhnlichen Begebenheit verbirgt.


Sein Buch „Renate und das Dienstagsarschloch“ ist dafür ein schönes Beispiel.


Schon der ungewöhnliche Titel lässt vermuten, dass hier kein Autor schreibt, der sich vor deutlichen Worten oder menschlichen Unzulänglichkeiten scheut.


In 66 Geschichten beschäftigt er sich mit Begegnungen, kleinen Ärgernissen und den manchmal absurden Situationen unseres Zusammenlebens.


Es ist eine Form der Literatur, die ihre Wirkung gerade daraus bezieht, dass vieles vertraut erscheint.


Man liest, schmunzelt und erinnert sich vielleicht plötzlich an eine ganz ähnliche Situation aus dem eigenen Leben.


Und genau darin liegt für mich eine besondere Qualität des Erzählens: Wenn aus einer persönlichen Beobachtung eine Geschichte wird, in der andere Menschen etwas von sich selbst entdecken.


Ein Mann, der das Wasser nicht nur durchquert, sondern verstehen möchte


Eine weitere Leidenschaft von Lutz Prauser führt ihn hinaus in die Natur.


Das Schwimmen in Seen, Weihern und Flüssen ist für ihn weit mehr als eine sportliche Betätigung geworden.


Rund 150 Gewässer hat er inzwischen besucht, viele davon selbst durchschwommen.


Doch ihn interessiert nicht allein das Erlebnis im Wasser.


Er möchte die Landschaft verstehen, die Entstehung der Gewässer kennenlernen, ihre Besonderheiten entdecken und ihre unterschiedlichen Stimmungen mit der Kamera festhalten.


Aus dieser Begeisterung entstand unter anderem sein Buch „Freies Wasser – Eine Liebeserklärung“, das im Oktober 2025 erschienen ist.


Auf 224 Seiten und mit mehr als 200 Fotografien nimmt er seine Leserinnen und Leser mit auf eine Entdeckungsreise durch die oberbayerische Seenlandschaft.


Dabei richtet er den Blick nicht nur auf bekannte Gewässer wie den Chiemsee, den Königssee oder den Starnberger See.


Auch kleine, oftmals übersehene Weiher und Seen erhalten ihre Aufmerksamkeit.


Das finde ich besonders interessant.


Denn es zeigt, dass Schönheit nicht ausschließlich dort zu finden ist, wo sie bereits von vielen Menschen bewundert wird.


Manchmal liegt sie unmittelbar vor unseren Augen. Wir müssen nur lernen, sie wahrzunehmen.


Wenn Fotografien und Worte miteinander sprechen


Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist Lutz Prauser auch Fotograf.


Diese Verbindung zweier Ausdrucksformen macht seine Arbeit besonders vielseitig.


In seinem Buch „Schmetterlinge und Wasserfälle“ beispielsweise führt er die Leserinnen und Leser nach Bosnien und Herzegowina.


Fotografien und persönliche Reiseaufzeichnungen erzählen von Landschaften, Städten, kulturellen Besonderheiten und den Spuren einer bewegten Geschichte.


Hier geht es nicht nur darum, schöne Bilder zu zeigen oder Reiseerlebnisse festzuhalten.


Es geht auch darum, Eindrücke einzuordnen und den Menschen einen Zugang zu Orten zu ermöglichen, die ihnen vielleicht bislang unbekannt waren.


Als bildender Künstler sehe ich darin eine interessante Verbindung zu meiner eigenen Arbeit.


Auch ich versuche, Erlebtes und Wahrgenommenes in eine künstlerische Form zu bringen.


Während Lutz Prauser seine Eindrücke mit Fotografien und Worten festhält, entstehen meine Bilder durch Farben, Strukturen und Kompositionen.


Die Mittel unterscheiden sich, doch der Ursprung ist häufig derselbe: ein Erlebnis, eine Beobachtung oder ein Gedanke, der nicht einfach wieder verschwinden soll.


Nicht nur Autor, sondern auch Verleger


Lutz Prauser beschränkt sich nicht darauf, eigene Texte zu verfassen.


Mit seinem Kollemosch Verlag beschäftigt er sich auch mit der Veröffentlichung und Gestaltung von Büchern.


Damit begleitet er literarische Arbeiten von der ersten Idee bis zum fertigen Werk.


Eine Aufgabe, die Kreativität ebenso verlangt wie Organisation, gestalterisches Verständnis und die Bereitschaft, Verantwortung für ein Projekt zu übernehmen.


Auch das ist eine interessante Parallele zur bildenden Kunst.


Denn zwischen einer ersten künstlerischen Idee und ihrer späteren Präsentation in einer Galerie liegen oftmals viele Arbeitsschritte, Entscheidungen und Überlegungen.


Ein Buch entsteht ebenso wenig von allein wie ein Gemälde oder eine Ausstellung.


Hinter jedem fertigen Werk steht ein Mensch, der Zeit, Gedanken, Erfahrung und einen Teil seiner Persönlichkeit investiert hat.


Wenn aus einem Text eine persönliche Begegnung wird


Besonders gefällt mir an Lutz Prausers literarischer Arbeit, dass er seine Lesungen nicht ausschließlich als das Vortragen gedruckter Texte versteht.


Er stellt seine Programme aus Buchpassagen und Blogbeiträgen zusammen und passt sie an den jeweiligen Anlass an.


Manchmal gehört sogar Musik dazu.


Damit wird aus einer Lesung mehr als die Vorstellung eines Buches.


Es entsteht eine Begegnung zwischen dem Autor, seinen Geschichten und den Menschen, die ihm zuhören.


Genau das ist auch einer der Gedanken, die mich zur LANGEN NACHT DER LITERATUR in der Galerie Ost bewogen haben.


Ich möchte Literatur nicht nur als gedrucktes Werk präsentieren.


Ich möchte den Menschen dahinter kennenlernen und unserem Publikum die Möglichkeit geben, ihm persönlich zu begegnen.


Denn eine Geschichte bekommt eine andere Wirkung, wenn sie von demjenigen erzählt wird, der sie geschrieben hat.


Man hört seine Stimme, erlebt seinen Humor und entdeckt vielleicht Zwischentöne, die beim stillen Lesen anders wahrgenommen werden.


Fünf Autoren. Fünf Persönlichkeiten. Ein besonderer Abend.


Nach Axel Stamm und Ulla Garden wird Lutz Prauser als dritter Autor des Abends seine literarische Welt vorstellen.


Mit ihm erwartet unsere Besucherinnen und Besucher eine Persönlichkeit, die Schreiben, Fotografie, Naturbeobachtung und Humor auf ihre eigene Weise miteinander verbindet.


Im Anschluss an seine Lesung besteht Gelegenheit für Fragen und Gespräche. Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Claudia Octavia Mancini.


Als Künstler und Gründer der Galerie Ost freue ich mich besonders darüber, dass wir an diesem Abend so unterschiedliche literarische Persönlichkeiten zusammenbringen können.


Menschen, die ihre Geschichten auf ganz verschiedene Weise erzählen und dennoch etwas gemeinsam haben: die Freude daran, ihre Gedanken und Erfahrungen mit anderen zu teilen.


Und vielleicht werden wir nach diesem Abend manche Dinge, denen wir im Alltag begegnen, mit etwas anderen Augen betrachten.


Denn manchmal braucht es keine außergewöhnlichen Ereignisse, um eine gute Geschichte zu erzählen.


Manchmal genügt ein Mensch, der genau hinsieht und die richtigen Worte dafür findet.


Ich freue mich auf Lutz Prauser, seine Geschichten und auf einen weiteren besonderen literarischen Beitrag in unserer Galerie.


Steffen Maria Ost

Künstler und Gründer der Galerie Ost


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LANGE NACHT DER LITERATUR 2026


Freitag, 13. November 2026

Einlass ab 19:00 Uhr | Letzter Einlass 19:45 Uhr

Beginn 20:00 Uhr


Galerie Ost – Galerie für zeitgenössische Kunst

Schöpflin-Areal, Schopfheimer Straße 25

79541 Lörrach-Brombach, 2. Obergeschoss


Eintritt frei. Da die Anzahl der Sitzplätze begrenzt ist, ist eine rechtzeitige Reservierung erforderlich.


Reservierung und weitere Informationen:

www.galerie-ost.com

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Die erste Version ist hochgeladen 🎶🎶🎶
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