Wenn aus Lebenserfahrung Literatur wird – Ulla Garden zu Gast in der Galerie Ost zur LANGE NACHT DER LITERATUR 2026 | Eine Autorin, die zeigt, dass es für neue Geschichten niemals zu spät ist

Manchmal entdeckt man seine größte Leidenschaft erst dann, wenn ein langer beruflicher Lebensweg bereits hinter einem liegt. Wenn plötzlich Zeit entsteht für Gedanken, Erinnerungen und Geschichten, die vielleicht schon viele Jahre darauf gewartet haben, erzählt zu werden.
Bei Ulla Garden ist daraus eine bemerkenswerte literarische Entwicklung entstanden.
Am Freitag, 13. November 2026, wird sie als zweite von fünf literarischen Persönlichkeiten bei der LANGEN NACHT DER LITERATUR in der Galerie Ost auf dem Schöpflin-Areal in Lörrach-Brombach zu Gast sein.
Von der Welt der Naturwissenschaften zur Welt der Geschichten
Wer Ulla Garden heute als Autorin kennenlernt, würde möglicherweise nicht vermuten, dass ihr beruflicher Weg ursprünglich wenig mit Literatur zu tun hatte.
Geboren 1952 in Wyhlen, dem heutigen Grenzach-Wyhlen, arbeitete sie nach ihrer Ausbildung zur Chemielaborantin viele Jahre in der Pharmaindustrie, unter anderem in Basel.
Ein Berufsfeld, in dem Genauigkeit, analytisches Denken und naturwissenschaftliche Zusammenhänge den Alltag bestimmen.
Das Schreiben spielte zunächst nur eine Nebenrolle.
Dabei hatte ein Bekannter schon früh ihre besondere Ausdrucksfähigkeit erkannt und sie ermutigt, eigene Geschichten zu verfassen. Doch wie so häufig im Leben ließen Beruf, Familie und Verpflichtungen wenig Raum für die Verwirklichung solcher Wünsche.
Erst nach ihrer Pensionierung und besonders während der Corona-Pandemie fand Ulla Garden die Zeit, sich intensiver mit dem Schreiben zu beschäftigen.
Was zunächst als persönliche Beschäftigung begann, entwickelte sich zu einer neuen kreativen Lebensphase mit zahlreichen veröffentlichten Büchern.
Geschichten, die dort beginnen, wo andere enden
Die Literatur von Ulla Garden beschäftigt sich mit Menschen und ihren Beziehungen, mit Hoffnungen, Enttäuschungen und Entscheidungen, die manchmal ein ganzes Leben verändern können.
Dabei interessiert sie sich besonders für eine Frage, die in vielen Geschichten unbeantwortet bleibt:
Was geschieht eigentlich nach dem vermeintlich glücklichen Ende?
Denn das Leben hört nicht auf, wenn zwei Menschen zueinandergefunden haben. Beziehungen verändern sich, neue Herausforderungen entstehen, Erwartungen werden enttäuscht und manchmal muss man den Mut aufbringen, noch einmal von vorne anzufangen.
In Romanen wie „Fehltritt ins Glück“ oder ihrer Reihe „Spring über den Schatten“ begegnen uns solche Lebenssituationen.
Ulla Garden erzählt von Menschen, die ihren eigenen Weg suchen und dabei erkennen müssen, dass Glück nicht immer dort zu finden ist, wo man es ursprünglich vermutet hat.
Gerade diese Nähe zu alltäglichen Erfahrungen macht ihre Geschichten interessant.
Es sind keine unerreichbaren Lebenswelten, sondern Situationen, in denen sich Leserinnen und Leser mit ihren eigenen Erinnerungen, Wünschen oder Erfahrungen wiederfinden können.
Mit Humor auf die Schattenseiten unserer digitalen Welt blicken
Dass Ulla Garden nicht ausschließlich über Liebe und zwischenmenschliche Beziehungen schreibt, zeigt ihr Buch „Oma Gerdas Facebook-Lover“.
Hier beschäftigt sie sich mit einem Thema, das längst Teil unseres gesellschaftlichen Alltags geworden ist: den Begegnungen und möglichen Täuschungen in sozialen Netzwerken.
Was zunächst als harmlose Bekanntschaft im Internet beginnt, kann sich schnell zu einer Situation entwickeln, in der Vertrauen ausgenutzt wird.
Ulla Garden greift dabei auch auf tatsächliche Begegnungen mit sogenannten Romance-Scammern zurück und verarbeitet ihre Erfahrungen mit Humor und einem kritischen Blick.
So entsteht Literatur, die nicht nur unterhält, sondern zugleich aufmerksam macht.
Vielleicht ist genau das eine besondere Stärke ihrer Arbeit: Sie betrachtet menschliche Schwächen und gesellschaftliche Entwicklungen, ohne dabei die Freude am Erzählen zu verlieren.
Ein neuer Lebensabschnitt voller Kreativität
Besonders bemerkenswert finde ich an Ulla Gardens Geschichte, dass sie ihre schriftstellerische Tätigkeit erst in einem Lebensabschnitt intensiv entwickelte, in dem andere Menschen längst beschlossen haben, keine größeren Veränderungen mehr anzustreben.
Sie hingegen begann, neue Ideen umzusetzen, Bücher zu veröffentlichen und sich als Autorin weiterzuentwickeln.
Ihre Veröffentlichungen reichen von Familien- und Liebesgeschichten über humorvolle Erzählungen bis hin zu Romanen über persönliche Neuanfänge.
Auch 2026 setzt sie ihre literarische Arbeit fort, unter anderem mit weiteren Veröffentlichungen der Reihe „Spring über den Schatten“ und „Rendezvous in Antwerpen“.
Darin zeigt sich eine kreative Energie, die nicht von einem bestimmten Alter abhängig ist.
Und vielleicht verbindet uns genau dieser Gedanke.
Denn auch in der bildenden Kunst gibt es keinen Zeitpunkt, an dem ein Mensch aufhören müsste, Neues zu entdecken, Ideen zu entwickeln oder ungewohnte Wege einzuschlagen.
Kreativität entsteht aus Neugier, Erfahrung und der Bereitschaft, sich immer wieder auf etwas Neues einzulassen.
Wenn Lebenserfahrung auf künstlerische Ausdruckskraft trifft
Als Künstler und Gründer der Galerie Ost interessiert mich nicht allein das fertige Werk, sondern ebenso der Mensch, der dahintersteht.
Welche Erfahrungen prägen seine Gedanken? Welche Begegnungen beeinflussen seine Arbeit? Und was bringt ihn dazu, seine Vorstellungen in eine künstlerische Form zu verwandeln?
Bei Ulla Garden ist es gerade die Verbindung von Lebenserfahrung, Beobachtung und erzählerischer Fantasie, die ihre literarische Arbeit auszeichnet.
Während ich meine Eindrücke in Farben, Formen und Kompositionen festhalte, verwendet sie Worte, um Menschen, Gefühle und Lebenssituationen sichtbar werden zu lassen.
Beide Wege haben etwas gemeinsam: Sie laden dazu ein, die Welt einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Deshalb freue ich mich besonders darauf, Ulla Garden bei unserer LANGEN NACHT DER LITERATUR persönlich begrüßen zu dürfen.
Fünf Autoren. Fünf Persönlichkeiten. Ein besonderer Abend.
Nach Axel Stamm wird Ulla Garden als zweite Autorin des Abends ihre literarische Welt vorstellen.
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur ihre Bücher, sondern auch die Persönlichkeit und die Erfahrungen einer Frau, die sich nach einem langen Berufsleben eine neue kreative Ausdrucksform erschlossen hat.
Im Anschluss an ihre Lesung besteht Gelegenheit für Fragen und Gespräche. Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Claudia Octavia Mancini.
Mit unserer LANGEN NACHT DER LITERATUR möchten wir Menschen zusammenbringen, die Freude an Geschichten, Kunst und persönlichen Begegnungen haben.
Und vielleicht nehmen unsere Besucherinnen und Besucher an diesem Abend nicht nur neue literarische Eindrücke mit nach Hause, sondern auch eine ganz persönliche Erkenntnis:
Es ist niemals zu spät, eine neue Leidenschaft zu entdecken und ihr einen Platz im eigenen Leben zu geben.
Ich freue mich auf Ulla Garden, ihre Geschichten und auf einen weiteren besonderen literarischen Beitrag in unserer Galerie.
Steffen Maria Ost
Künstler und Gründer der Galerie Ost
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LANGE NACHT DER LITERATUR 2026
Freitag, 13. November 2026
Einlass ab 19:00 Uhr | Letzter Einlass 19:45 Uhr
Beginn 20:00 Uhr
Galerie Ost – Galerie für zeitgenössische Kunst
Schöpflin-Areal, Schopfheimer Straße 25
79541 Lörrach-Brombach, 2. Obergeschoss
Eintritt frei. Da die Anzahl der Sitzplätze begrenzt ist, ist eine rechtzeitige Reservierung erforderlich.
Reservierung und weitere Informationen:
www.galerie-ost.com
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